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Klettern in Iran




Die Landschaften Irans bieten viele Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten. Aufgrund der unterschiedlichen Klimazonen des Landes ist es sogar möglich, zur selben Jahreszeit im Norden Ski zu fahren und im Süden auf Schnorcheltour zu gehen. Wenn es um Sportreisen geht, bieten sich in Iran neben Wandern und Bergsteigen besonders Klettern, Mountainbiken, Skifahren und Wassersport wie Tauchen oder Schnorcheln an.



Iran, Heimat zahlreicher Gebirge, hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Traumziel für Kletterer entwickelt hat. Viele IranerInnen lieben das Klettern, auch wegen der Freiheit, die sie dort erleben.
Im nördlichen Elburs-Gebirge gibt es gleich mehrere lohnende Kletterspots (Alma-Kuh, Pol-e Khab, Baraghan), die von Teheran aus bequem in 1-1,5 Stunden erreicht werden oder wie Band-e Yakchal sogar direkt am nördlichen Rande der Stadt liegen. Für das westliche Zagros Gebirge bieten sich als Ausgangspunkte Kermanshah oder Arak sowie Isfahan, eine der schönsten Städte Irans, an.
Ausrüstung
Ihr Equipment bringen Sie am besten von zu Hause mit, denn an den meisten Kletterspots gibt es keinen Verleih, und auch die Auswahl an Outdoorgeschäften ist eher begrenzt. Sportkletterer sollten auf jeden Fall 12 Exen, ein 50-Meter-Seil und Chalk mitbringen. Sinnvoll sind ebenfalls Schraubglieder zum Abseilen, da von den Umlenkern manchmal die Laschen fehlen. Darüber hinaus zu empfehlen sind auf jeden Fall Zelt, Isomatte und Schlafsack, da man in vielen Klettergebieten zelten oder in einer Hütte übernachten kann. Der Schlafsack sollte warm sein, da die Klettergebiete meist mehr als 1500 Metern hoch liegen und es nachts auch im heißen Sommer sehr kalt werden kann, auf über 2000 Metern sogar unter 5 Grad Celsius. Daher gehört auch ein warmer Pullover oder eine dünne Daunenjacke ins Gepäck. Falls Sie doch noch Ausrüstungs- oder Bekleidungseinkäufe vor Ort unternehmen müssen, finden Sie in der Einkaufsstraße Vali Asr in Teheran im Straßenabschnitt „Monirieh“ diverse Sport-, Berg- und Kletterausrüstungsgeschäfte. Anfahrt
Am bequemsten reist es sich mit Fernbussen, die mehrmals täglich alle großen Städte miteinander verbinden. Dabei sind die VIP-Busse aufgrund ihrer bequemen, verstellbaren Sitze ihren unwesentlich höheren Preis durchaus wert. Innerhalb der Städte ist es sinnvoll, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, da diese in der Regel auch zu den Klettergebieten fahren. Ansonsten muss man auf Taxis zurückgreifen, die im Vergleich zu Europa relativ preiswert sind – sie sollten allerdings den Preis vor Fahrtantritt aushandeln. Wir geben Ihnen nachfolgend einen kleinen Überblick über einige bekannte Kletterspots. Weitergehende Infos zu den Klettergebieten erhalten Sie in dem dreisprachigen (Deutsch, Englisch, Persisch) Kletterführer „Face of Iran“ aus dem Geoquest Verlag



Klettergebiete

Alam-Kuh
Während der höchste Berg Irans, der Damavand, ein Top-Ziel für Bergsteiger ist, kommen Kletterer am Alam-Kuh, mit 4850 m der zweithöchste Berg, auf ihre Kosten. Die 800 m hohe fast senkrechte Granit-Nordwand bietet ein paar der technisch schwierigsten, aber auch interessantesten Kletterrouten des Landes. Die Wand wurde 1936 erstmals durch die Deutschen Gorter und Steiner über den Nordwestgrat durchstiegen. Von dem Dorf Vandarbon aus kommt man in etwa 4-5 Stunden zur Bergsteigerhütte Sarchal auf 3900 m (Biwakhütte, Quellwasser, Handynetzempfang, Strom). Nach der Übernachtung erreicht man in etwa 4 Stunden den Gletscher Alamchal am Fuße des Alam-Kuh auf 4150 m. Hier kann man sein Zelt aufschlagen bevor es am nächsten Tag an die Wand geht. Die einfachste der allesamt sehr anspruchsvollen Routen ist die „German Flank“ (4), die schwierigste „48 Polish“ (7b/7c).
Pol-e Khab
Ebenfalls im Elburs-Gebirge gelegen und nur ca. 1,5 Autostunden nördlich von Teheran erreicht man das Örtchen Pol-e Khab entweder mit dem Auto oder per VIP-Bus. Pol-e Khab liegt direkt an der Passtrasse 59 (Chalus Road), die von Teheran ans Kaspische Meer führt.  Mit seiner etwa 150 Meter hohen und 1000 Meter breiten Granitwand ist Pol-e Khab ein top Klettergebiet mit über 150 Routen (6a und 7c, 1-4 Seillängen, auch Trad). In der Umgebung gibt es viele hohe Berge, die für beeindruckende Ausblicke sorgen. Am Fuß der Wand kann man campen, kostenloses Wasser gibt es im Dorf beim ersten Shop auf der linken Seite. Während man die Wand im Frühjahr und im Herbst zu jeder Tageszeit durchsteigen kann, sollte man im Sommer erst nachmittags klettern, da die Wand Richtung Osten zeigt. Allerdings ist es ratsam, aufgrund der Höhe (2000-2200 m), außer im heißesten Sommer, warme Kleidung dabei zu haben. Baraghan
Etwa 1,5 Stunden nordwestlich von Teheran liegt der kleine Ort Baraghan mit einem Klettergebiet aus rauhem Tuffgestein. Das Gebiet teilt sich in Lower Baraghan das bei Sportkletterern wegen seiner überhängenden Halbhöhlen sehr beliebt ist (6a bis 8a), und Upper Baraghan mit relativ senkrechten Routen (6b+ bis 8a). In beiden Gebieten kann auch gezeltet werden, in Upper Baraghan am Fuß der Wand oder bei der Quelle. In Lower Baraghan gibt es Wasser am Wasserfall neben dem Parkplatz, in Upper Baraghan an der Quelle 10 Minuten unterhalb der Felsen. Band-e-Yakchal
Band-e-Yakchal ist ein Boulder- und Sportklettergebiet nördlich von Teheran mit mehreren bis zu 20 Meter hohen Felsblöcken aus festem vulkanischem Gestein und 200 m hohen Wänden zum Tradklettern. Ban-e-Yakchal liegt hoch über der Hauptstadt Teheran auf 2100 Metern. Von Darband, dem nördlichsten Stadtteil Teherans, aus ist Ban-e-Yakchal nur etwa 30 Gehminuten entfernt. Hier stehen Kletterern an diversen Felswänden mehr als 30 verschiedene Kletterrouten (UIAA 6- bis 9+/10-) zur Verfügung. Wasser gibt es an einer Quelle unterhalb des Klettergebiets. Band-e Yakchal ist ideal für alle, die von Teheran aus mit einem Minimum an Ausrüstung und Anreisezeit klettern möchten. Aufgrund der Nähe zu Teheran ist es hier freitags meist sehr voll.

Kermanshah /Zagros-Gebirge

Ein beliebter Ausgangspunkt fürs Klettern ist die von Felsen umgebene Stadt Kermanshah im Zagros-Gebirge, das sich im Westen Irans bis zur Meerenge bei Hormuz im Persischen Golf erstreckt. Um Kermanshah herum findet man die meisten Kalksteinkletterrouten Irans, zum Beispiel bei Bisotun, Chalabeh und Cheshmeh Sohrab, die alle unter einer Stunde mit dem Auto zu erreichen sind. Bisotun
Nur eine halbe Autostunde östlich von Kermanshah wartet bei Bisotun, einem kleinen Ort im Schatten des gleichnamigen Gipfels, ein 1200 Meter hohes und 5 km langes Kalkmassiv darauf, durchstiegen zu werden. „Berg der Götter“ wird das majestätische Felsmassiv auch genannt. Es beherbergt mehrere Reliefs, die der berühmte Perserkönig Darius der Große im 5. Jahrhundert in die Felswände meißeln ließ. Um die Reliefs, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählen, zu schützen, sind einige Teile des Felsmassivs gesperrt. Trotzdem gibt es mehr als 100 Routen an der Wand (4 bis 8c), auf denen sowohl Anhänger von gebohrten Routen als auch des Tradkletterns, des Kletterns ohne Bohrhaken, auf ihre Kosten kommen. Da der Fels aus Kalkstein besteht und an einigen Stellen recht spitz ist, macht es ihn gerade auf den leichteren Routen besonders griffig. Bisotun ist eher ein traditioneller Kletter-Spot mit Mehr-Seillängen, aber auch zum Sportklettern super geeignet. Es gibt 3 kleine Schutzhütten an der Wand für längere Klettertouren. Die beste Kletterzeit ist April bis Juni und September bis einschließlich November. Chalabeh
Östlich von Kermanshah liegt das Sportklettergebiet Chalabeh, eine traumhafte Schlucht mit Felsen auf beiden Seiten und fast 100 verschiedenen Routen (6a bis 9a). Chalabeh gilt unter Kletterern im Iran als eines der besten Klettergebiete des Landes und eignet sich wegen der Überhänge und sehr steilen Passagen eher für trainierte Kletterer. Vom Parkplatz aus müssen Sie ca. 1 Stunde für den Zustieg einplanen. Vor Ort kann man zelten, es sollte allerdings ausreichend Wasser mitgeführt werden. Beste Kletterzeit ist April bis November. Cheshme Sohrab
Von Bisotun aus in Richtung Songhor erreicht man nach ca. 20 km das Dorf Cheshme Sohrab. Von dort aus ist das Klettergebiet, das direkt auf der anderen Seite der Straße liegt, schon zu sehen. Cheshme Sohrab ist eine große 40 Meter hohe Schlucht aus Kalkstein mit vielen Routen von leicht bis schwer (5b bis 6c+), an denen man mindestens 2 Tage verbringen kann. In der Schlucht kann man zelten, Wasser sollte ausreichend mitgebracht werden. Beste Klettersaison sind die Monate März bis Mai und Juli bis November.

Arak / Zagros-Gebirge

Arak, die Hauptstadt der Provinz Markazi, liegt etwa auf einer Höhe von 1.750 Metern über dem Meeresspiegel und ist im Westen, Osten und Süden von Bergen umgeben. Nach Kermanshah sind es von hier aus 4-5, nach Teheran 3-4 Autostunden. In der Nähe Araks befinden sich zwei beleibte Kletterareale: Lajvar und Anjedan. Anjedan
Nur eine Autostunde östlich von Arak, am besten mit einem Taxi erreichbar, findet man diesen beeindruckenden Felsen aus Kalkstein, an dem Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen (6a bis 8a) sowie unterschiedliche Kletterarten möglich sind. Von Arak aus kommend, liegt die Felswand gleich hinter dem Ort. Am Fuße der Felswand hat man die Möglichkeit zu campen oder unter einem Überhang unter freiem Himmel zu übernachten, Wasser bekommt man im Dorf. Lajvar
Nur eine Autostunde von Arak Richtung Hamadan befindet sich beim Dorf Eskan ein weiteres Mehrseillängengebiet. Die 350 Meter hohe Felswand aus Kalkstein liegt direkt an der Straße und verfügt über 11 Routen (5c bis 6b), die meisten mit Bohrhaken. Einige leichte Routen eignen sich gleichermaßen für Anfänger und Fortgeschrittene. Die besten Klettermonate sind März bis Mai und Oktober bis Dezember. In der Nähe der Wand gibt es auch eine Hütte zum Übernachten.

Isfahan / Zagros-Gebirge

Hier können Sie Kultur und Klettern wunderbar vereinen. Isfahan, eine der schönsten Städte Irans, bietet zahlreiche Klettermöglichkeiten um die Stadt herum, Kuh Sofeh und Sefid Kuh sind nur zwei Beispiele. Kuh Sofeh
Kuh Sofeh, praktisch Isfahans „Hausberg“, liegt mitten in einem Park im Süden der Stadt. Wer nicht klettern möchte, nimmt hier die Seilbahn nach oben und genießt einfach die überwältigende Aussicht über Isfahan. Auf alle anderen warten 9 verschiedene Routen an der Kalksteinwand mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden (6a bis 8a). Sefid Kuh
Nimmt man den Isfahan Agharabparast Expressway Richtung Zobahan Freeway und dann die erste Ausfahrt nach dem Autobahnkreuz, erreicht man den White Mountain, ein beeindruckender Fels auf einem Hügel am südwestlichen Rand der Stadt. Der Fels erhebt sich wie ein großer Kopf in die Höhe, besteht aus weichem Sandstein, bietet einen guten Grip und einige steile Abschnitte. An den mehr als 10 verschiedenen, meist mit Bohrhaken versehenen Routen (6a bis 7b), kann eigentlich das ganze Jahr über geklettert werden.
Wenn Sie eine Kletterreise in Iran machen wollen, nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf.



Kletterreise Iran
Pol-e Khab - Karaj Teheran
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Po-le Khab
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Kletterreise Iran © Homa Reisen
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